Für Heckinghauser Radwege im Ministerium

Wir setzen uns als Bürgerinitiative Miteinander Füreinander Heckinghausen für bessere Radwege im Stadtteil ein. Sie sollen Teil einer Mobilitätswende in ganz Wuppertal sein. Um unsere Ideen vorzustellen, waren wir im Verkehrsministerium NRW in Düsseldorf zu Gast.

Die Bürgerinitiative Miteinander Füreinander Heckinghausen möchte den Stadtteil nachhaltig und zukunftsfähig gestalten – ein Teil dieses Plans sind auch verkehrstechnische und städtebauliche Projekte. Das Verkehrsministerium NRW hat uns am 20. August nach Düsseldorf eingeladen, um unsere Ideen vorzustellen. Dort sprachen Manfred Meyers und Guido Mengelberg 3,5 Stunden mit Vertreter*innen der Stabsstelle für Radverkehr und Verkehrssicherheit.

Premium-Radwege für Heckinghausen

Für den Stadtteil Heckinghausen wünschen wir uns bessere Radwege. Sie sollen Teil der Neuen Mitte sein, dem Bleicherviertel rund um den Gaskessel. Die Heckinghauser Neue Mitte wird ein Treffpunkt mit hohem Freizeitwert, eine Oase zur Erholung an der Wupper, eine Flaniermeile ohne Autoverkehr.

Als nachhaltige Verkehrsanbindung sollen in Heckinghausen Premium-Radwege entstehen. Sie schaffen unter anderem eine Verbindung zur beliebten Nordbahntrasse, deren erster Abschnitt vor zehn Jahren eröffnet wurde. Durch eine Brücke, die Ponte Tintore (Färberbrücke), müssten Radfahrer*innen dafür nicht mehr die B7 überqueren, auch ein direkter Radweg zum Oberbarmer Bahnhof würde geschaffen. Für diese Brücke hat Prof. Dr.-Ing. Bernd Naujoks, Professor am Institut für Konstruktiven Ingenieurbau an der Bergischen Universität Wuppertal, bereits einen Entwurf erstellt. Unterstützt wurde er durch ein Team seiner Studenten.

Pendler profitieren von Radwegen

Die Ponte Tintore ist Ausgangspunkt des zukünftigen Bleicher-Radweges. Dieser Premium-Radweg soll die Nordbahntrasse und den Oberbarmer Bahnhof mit den Südhöhen und Ronsdorf verbinden. Im ersten Abschnitt soll die Strecke bis zum Vorwerk-Konzern in Laaken realisiert werden. Neben Vorwerk befinden sich auch die weltweit agierenden Konzerne 3M und Johnson&Johnson unmittelbar an diesem Teil des Bleicher-Radwegs. Insgesamt 2.000 Mitarbeiter*innen dieser Firmen bekämen einen direkten und kurzen Zugang zum Oberbarmer Bahnhof und zur Nordbahntrasse.

Weiterhin beginnt gerade das Projekt Circular Valley auf dem Vorwerk-Gelände in Laaken. Die Wuppertalbewegung um Carsten Gerhardt startet ein Projekt enormer Größe, das den Industrie- und Wissenschaftsstandort Wuppertal stärken und zu einem Hotspot für nachhaltige Zukunftstechnologien werden soll. Auch dort besteht die direkte Anbindung an den Bleicher-Radweg.

Mobilitätswende in Wuppertal

Diese neuen Radwege in Heckinghausen sind Teil eines größeren Plans: eine Mobilitätswende in ganz Wuppertal. Sie basiert auf einem flächendeckenden Netz von Premium-Radwegen, einem Radwegring um Wuppertal und einer zukunftsorientierten Ausrichtung des öffentlichen Nahverkehrs. Dadurch könnte der individuelle Autoverkehr in Wuppertal drastisch reduziert werden, bis 2025 um 25 Prozent und bis 2030 um 60 Prozent.

Der Radwegring besteht aus mehreren bereits existierenden Trassen, wie der Nordbahntrasse, der Sambatrasse und der Schwarzbachtrasse, die durch neue Radwege ergänzt und verbunden werden. Sie sollen es ermöglichen, gefahrlos mit dem Fahrrad von einem Wuppertaler Stadtteil zum anderen zu kommen. Teil dieses geplanten Radwegrings ist der Bleicher-Radweg und die Verbindung über die Südhöhen bis zur Sambatrasse.

Innovativer Radweg bis Düsseldorf

Um Pendler*innen zwischen Wuppertal, Düsseldorf und den dazwischenliegenden Städten wie Hahn, Hochdahl, Hilden und Erkrath den Umstieg auf das Fahrrad zu erleichtern, gibt es außerdem die Idee eines innovativen neuen Radwegs: ein Solardach-Radschnellweg. In einem internationalen Pilotprojekt wird bereits eine Solar-Überdachung für eine Autobahn getestet, doch auch für einen Radweg hat diese Methode großes Potenzial.

Es könnte eine große Menge an Strom erzeugt werden, die langfristig die Kosten des Baus wieder einträgt. Das Dach schützt die Strecke vor Eis und Schnee, die Radfahrer*innen vor Sonne und Regen. Der Strom kann integrierte LED-Beleuchtung betreiben, ebenso wie Mobilitätsstationen, an denen E-Bikes oder -autos geladen werden können.